Mit dem Bau der Dankeskirche beginnt eine neue Ära in Braunschweigs Nordstadt. Die Anfänge der Gemeinde gehen zurück auf das Jahr 1947 als Pastor Paul Finck einen Kindergarten in einer Baracke am Lauditzkamp einrichtet und dort in der Folgezeit auch gelegentlich Gottesdienste feiert.
Durch das schnelle Wachstum der Schuntersiedlung und durch neue Wohnbereiche war bald die Gründung einer neuen Kirchengemeinde erforderlich. So wurde im April 1950 Pastor Finck, bisher Pfarrer von St. Georg II, in sein Amt als Pfarrer der Kirchengemeinde Schuntersiedlung/Kralenriede eingeführt. Pastor Finck hat auch die Initiative für den Aufbau der Michelfeldersiedlung ergriffen, deren Bauherr die gemeinnützige Siedlungsgemeinschaft des Hilfswerks der Deutschen Evangelischen Kirche war. Nicht umsonst trägt heute ein Weg in diesem Wohnbereich den Namen des Pastors.
Im Jahr 1954 war es dann soweit, dass die Gemeinde eine eigene Kirche mit zugehörigen Gemeinderäumen erhalten sollte, da die Räumlichkeiten am Lauditzkamp durch den schnell wachsenden Stadteil für Kindergarten und Gemeindeleben zu klein wurden. Mit Mitteln des lutherischen Weltbundes und Unterstützung durch die Landeskirche, die einen Großteil der Baukosten als Kredit aufnahm, wurde von Architekt Prof. Dr.-Ing. Friedrich Berndt ein einschiffiges Kirchengebäude entworfen, welches im unteren Bereich die Gemeinderäume enthält und im oberen Stockwerk einen schlichten Kirchraum. Die Bauleitung und örtliche Bauführung lag beim Stadtkirchenbaumt Braunschweig.
Geplant wurde die Kirche seit 1952, am 29. April 1954 wurde Richtfest gefeiert, nur 5 Tage nach dem Richtfest in der Michelfeldersiedlung. Und am 08. August desselben Jahres schließlich wurde die Kirche als erster Kirchenneubau in Braunschweig nach dem Krieg durch Landesbischof Erdmann geweiht. Damit konnte die Gemeinde ihre Aktivitäten in eigene Räumlichkeiten verlegen. Der Kindergarten nahm zu Beginn des Jahres 1955 im Gemeindesaal den Betrieb auf - bis zum Mai 1969 wird dieses Provisorium fortbestehen.
Der Kirchenbau wird auch in den folgenden Jahren erweitert und ergänzt. Im Oktober 1961 erhält die Dankeskirche zwei neue Glocken aus einer Heidelberger Gießerei und im Juni 1970 kann mit dem Neubau des Pfarrhauses begonnen werden, welches im März 1971 fertiggestellt wird. Und im Jahr 1973 kann der neue Kindergarten an der Elsa-Brandström-Straße in Betrieb genommen werden.
Das Gebäude der Dankeskirche vereint alle für das Gemeindeleben notwendigen Räume unter einem Dach. Im unteren Geschoß die Gemeinderäume, insbesondere einen kleinen und einen großen Gemeindesaal, aber auch Küche und Büroräume. Im oberen Gebäudeteil befindet sich das eigentliche Kirchenschiff mit Nebenräumen und Empore, auf der sich auch die Orgel befindet. Im Kellergeschoß befinden sich schließlich die Sanitärräume, der Wirtschaftskeller und der Raum mit den getrennten Heizungsanlagen für Gemeinde- und Kirchenräume. Während die Heizung für den Kirchenraum als Warmluftheizung ausgeführt ist, ist das Gemeindezentrum mit einer Warmwasserheizung ausgestattet.
Quelle: Erdmenger, M.; Meyer, H.: Die Dankeskirche in der Schuntersiedlung, Steinhorst-Verlag, 2004